Bohrleute 12: Politische Taschenspielertricks und Machbarkeiten, mit Marcel Weiss

So, willkommen zurück bei den Bohrleuten im neuen Jahr. Hallo Stefan. Ja, ich bin wieder

Bin wieder da.

War nie wirklich weg, hast dich nur versteckt.

Äh die die Arbeit hat mich hat mich weggetrieben. Aber die Politikverdrossenheit hat mich zurückgetrieben zum Podcast.

Nachher, na ja als Familie äh mit mit zwei kleinen Kindern in der Pandemie in Deutschland. Da wird es da wird es nicht besser mit der.

Mit äh

im Verhältnis zur hiesigen Politik. Wir haben heute wieder mal so ein bisschen so ein Gemischtwarnladen an Themen, über die wir reden wollen. Ich würde am Anfang mit einem ganz kleinen Thema anfangen oder beziehungsweise mit so einer Beobachtung, die ich interessant finde, weil ich mich wohl auch

beruflich mit Öffentlichkeit beschäftigen und Struktur der Öffentlichkeit hat ganz viel zum Medienwandel mache, also auch einen Öffentlichkeitswandel hin von einer Massenmedial geprägten Öffentlichkeit zu einer vernetzten Öffentlichkeit habe ich

mal jetzt schon seit, weiß ich nicht, fünfzehn Jahren oder so, ist das ein Thema, mit dem ich mich beschäftige und,

Es ist ja ähm immer ganz interessant zu beobachten, wie in der Debatte Öffentlichkeit wahrgenommen wird oder wie ähm öffentlich kundgetane,

Positionen aus der Bevölkerung eingeordnet werden, ob sie gesehen werden, ob sie nicht gesehen werden. Also gerade Fridays for Future wird ja trotz seiner Größe.

Immer noch ähm finde ich

unterrepräsentiert an ganz vielen Stellen in der Debatte oder oder auch noch klein geschrieben Kleingeräte aber das wäre das wieder was anderes. Was interessant ist, ist das natürlich

Ganz oft natürlich, also Demonstrationen sind nah, sind ja ein es ist ja ein ein ein Ausdruck,

von Position ein kollektiver Ausdruck, um um sich um sich selbst sichtbar zu machen und das ist ja ähm schon so, dass das Demonstrationen dann auch ich weiß gar nicht, ich weiß nicht ob du das im Studio war, äh ob

ob's da in der Kategorie gibt's da auch äh irgendwie einen ganz konkrete eine Person, die auf der Straße ist, steht für, weiß ich nicht tausend Deal, äh die diese Positionen verdrehen oder irgend so was äh gibt's ja irgendwie so eine so eine Einordnung.

Aber interessant ist.

Je nach Thema, äh wofür man da äh demonstriert wird, wird es anders auch in den Medien wahrgenommen. Also wir haben das bei Pegida damals gesehen, die trotz ihrer sehr viel kleineren Zahl sehr viel stärker und medial präsent waren als äh zum Beispiel Fridays for Future. Wir sehen's halt jetzt auch wieder bei diesen Corona-Maßnahmen.

Den den äh den Demonstrationen dagegen. Also ich habe ich habe mir ich habe so ein ich äh und die haben irgendwann ein

Weiß ich nicht, in der ersten Hälfte, zwanzig, zwanzig oder so was haben die so eine Funktion rausgebracht beziehungsweise haben sie kurz gezeigt

als Beispiel ihres Trackingfeatures, weil man kann da so Keywords tracken über verschiedene Publikationen hinweg und da haben sie so einen Corona-Tracker gemacht. Das heißt, da könnte man zum Beispiel, kann man sich zum Beispiel so einen

kann man also Corona-Themen aus den aus den.

Massenmedien, also jetzt mal wenn man jetzt hier zum Beispiel in Deutschland ist, hat man dann so als Quellen so Tagesschau und Zeit und und Süddeutschland so etwas drin. Da kann man sich das so äh pushen lassen von denen und ich habe das damals eingerichtet.

Und deswegen bekomme ich jetzt zum Beispiel immer gepusht, wenn irgendwo über eine über eine Demonstration von tausend Leuten äh äh berichtet wird

die äh gegen Corona-Maßnahmen demonstrieren. Also wird ja wirklich jede jede kleinste Demonstration zu diesem Thema

von aus der Querdenkerecke wird medial begleitet. Jetzt nicht nicht zwingend auf der Titelseite, aber aber da

Da kommt immer überall irgendwo so ein kleiner Artikel und also ich finde das

medial wirklich überrepräsentiert, aber ist eigentlich Interessante, die Beobachtung, die die die hier noch mal neu rumwerfen wollte. Was ich interessant finde ist, dass wir hier jetzt in dieser in dieser ganz konkreten Frage so impfen, ja, nein und diese dieses ganze dieser ganze Sumpf.

Dieser ganze äh Debattensumpf, dass man da einmal eine Situation hat, wo diese äh schweigende Mehrheit, die eine andere Position vertritt.

Als als der Teil der Bevölkerung der sich sehr öffentlich und sehr laut bemerkbar macht, dass die auf einmal quantifizierbar ist, ja. So kannst du dir jedes, du kannst ja jeden Tag

stellen, wie viele Leute auf die Straße gehen und wie viele Leute im Gegensatz dazu, dass ich die erste Impfung, die zweite äh oder geholt haben oder sich haben boostern lassen.

Und da sieht man zum allerersten Mal finde ich ein ganz interessant jetzt nicht irgendwie weiß ich nicht was man da daraus ziehen kann, also außer vielleicht,

Mediendynamiken, also wie das wie wie zum Teil auch äh.

Wahr genug, was wie wie thematisch was eingeordnet wird. Aber ich finde, fand das fand das als mir das aufgefallen ist, ähm fand ich das ganz interessant, dass es dass es mal so eine Situation ist, in der ohne, dass da jetzt äh die äh Mehrheit auch noch mal als

Gegendemo losläuft oder irgend so etwas, dass es einfach quantifizierbar äh sichtbar ist. Auch äh die die Größenordnungen äh zwischen zwischen denen, die.

Sehr laut für oder gegen etwas sind und äh denen, die eine andere Position haben.

Aber das dann nicht nochmal kollektiv politisch, öffentlich sich da äh äh sichtbar machen.

Ich kann dich völlig nachempfinden. Also dieses äh dieses Gefühl von da ist eine kleine Minderheit mit einer äh Position, die ich persönlich zum Kotzen finde. Ob das jetzt Pegida ist oder ob das diese äh diese Impfgegner innen sind.

Äh die äh die da quasi diese über ähdimensionierte Aufmerksamkeit zu kriegen scheinen. Das ist ein äh

das ist ein Gefühl des des teile ich absolut seit 2015, seit dieser Pegida-Blödsinn losgegangen ist. Im Endeffekt habe ich das so ein bisschen als Dauergefühl.

Und wie du schon sagst, ja, äh die in den allermeisten Fällen ist die Mehrheit äh anderer Meinung. Ich habe nur ähm.

Wie soll ich sagen, äh noch ein paar Problematisierungen hier mit drin. Das Erste ist.

Bei fast allen Demonstrationen ist es so, dass diejenigen, die demonstrieren eine Minderheitenmeinung sind, weil die Mehrheitsmeinung üblicherweise nicht demonstriert. Es gibt Ausnahmefälle da davon

äh aber gerade in unserer pluralen Demokratie

ist es eher selten. Ich meine, äh offensichtliche Ausnahmefälle wären natürlich so was wie 1989 DDR oder so was. Da hast du definitiv die Mehrheit auf der Straße. Ähm wobei auch hier die Frage ist, äh die Mehrheit für was, ne, weil das hat sich ja dann bei den Wahlen auch wieder gezeigt.

Äh dass die gedacht haben, sie wären eine Mehrheit für eine Reform der DDR und mussten da ziemlich bösartig feststellen, dass sie die gar nicht hatten. Ähm und das ist mehr so eine allgemeine Unzufriedenheit war

äh aber äh ich denke, das kann man als Trend quasi schon sehen, dass Demonstrationen ist ein Mittel einer Minderheit

quasi per Definition. Äh mit ganz ganz wenigen Ausnahmen, die die Regeln bestätigen. Äh und wir müssen aufpassen, glaube ich, dass wir.

Nicht weil wir äh die Meinung der Mehrheit dieses Mal vertreten sozusagen. In den gleichen Fehler verfallen

äh früher

quasi immer die konservativen beziehungsweise rechten Teile der äh Bundesrepublik gemacht haben. Mehr will ich nicht an solche Sachen denken wie 1968 oder äh Feminismus oder so was. Äh das waren auch Minderheitenpositionen, die da demonstriert haben und gegen die wurde äußerst aggressiv.

Quasi rumgehackt, ja? Also wenn ich da so an die Springerkampagnen denke oder so. Das Verrückte heute ist ja eher, dass die Springer-Kampagnen für die Minderheit sind.

Äh im äh letzten Endes äh und äh da quasi nicht für die Mehrheit sprechen, aber äh das das führt schon wieder zu weit. Aber der Dinge ist eben quasi.

Dadurch, dass Demonstrationen ein äh ein übliches Minderheiten,

sich sich hörbar und sichtbar machen sind, haben die natürlich grundsätzlich ihre Berechtigung und müssen natürlich auch berichtet werden. Also würden die Medien nicht über Demos berichten, weil die Leute da in der Minderheit sind, dann hätten wir demokratisch gesehen ein Problem

Äh das quasi erst einmal als äh als als eine Einschränkung.

Kann ich da kurz kann ich da kurz reingrätschen, weil jemand als.

Der in der in Berlin lebt. Ich also ich lebe in einer Stadt, in in der quasi jedes Wochenende, also für aktuell weiß ich, weiß ich gar nicht, aber einen relativ langen ist es so gewesen, dass jedes Wochenende irgendwo ein bis mehrere Demonstrationen hier an dieser in dieser Stadt stattfinden.

Und ich schwöre ich also ich ich gut

Weiß es nicht hundertprozentig, aber ich bezweifle, dass jede dieser Demonstrationen die eine gleiche Größenordnung von den von den Teilnehmerzahlen erreichen, wie diese Corona-Demonstrationen ebenso medial äh begleitet werden. Weil äh mir geht es um diese

was ich eigentlich auch damit ansprechen wollte, war auch mehr du diese diese mediale Ungleichheit äh was was die Demonstration angeht, ne je nach Thema halt.

Das ist mir klar und ich meine, ich komme aus Stuttgart. Hier sind Demonstrationen äh ihr äh also es gibt bestimmt auch welche, aber äh wir sind nicht ganz so demonstrationsfreudig wie Berlin und ich glaube, Berlin ist ein Fliegenschiss gegenüber Paris oder so was.

Das ist äh das ist natürlich grundsätzlich klar. Aber ähm

Du machst glaube ich nur einen kleinen Kategorienfehler, weil äh diese ganzen Demos äh die da in äh die da regelmäßig in Berlin irgendwo äh durch die Gegend rennen. Die mögen natürlich genauso groß sein wie die jeweiligen Impfgegner in den Demos in Berlin. Nur

die anderen Demos finden halt ausschließlich in Berlin statt, während ImpfgegnerInnen hast du über die komplette Bundesrepublik verteilt. Ich glaube, das hier ist schon

da haben wir schon einen gewissen Kategorien-Dinger. Also wenn ich so eine Demo habe, was weiß ich, gegen die Räumung der Rigastraße oder was auch immer, jeweils abläuft, ist ein Berlin-spezifisches Thema. Das ist jetzt im Spiegel keine Aufmerksamkeit erfährt

nachvollziehbar, während äh diese Demonstration von ImpfgegnerInnen, egal welche Stadt ich da nehme,

habe ich ja quasi immer nur einen Ausschnitt. Ja, weil die haben wir tatsächlich, die haben ja in Stuttgart

Dresden, die haben wir in Leipzig, die haben wir in Düsseldorf, die haben wir in Berlin, die haben wir in Hamburg äh ist völlig egal, wo ich in der Republik hinschaue. Ich habe die überall.

Das macht es glaube ich schon grundsätzlich News Worldy. Und äh um quasi ähm.

Das Gegenbeispiel da dafür zu geben, wenn ich ins Jahr 2019 zurückdenke, da hatten wir die ganzen Fridays for Future Demos.

Und da war ich ein sehr großer Fan von Demonstrationen äh und fand es auch total gut, äh wen die Medien dadrüber berichtet haben und fand, dass es grundsätzlich viel zu wenig war, was da drüber berichtet wurde. Ähm

und das ist ja genau die Haltung, äh die die Pegida-Leute hatten und die die ImpfgegnerInnen jetzt haben, so dieses

äh wir werden nicht genügend repräsentiert und was wir quasi als völlige Überberichterstattung wahrnehmen, sehen die ja immer noch als

ist so quasi so das absolut Notwendige beziehungsweise völlig unzureichend. Ähm äh ich glaube, das hängt auch immer mit dem eigenen politischen Standpunkt zusammen.

That all beings set. Äh es gibt definitiv ein äh einen Mechanismus, der bestimmte Themen und bestimmte Demonstrationen

für die, zumindest für die Massenmediale Rezeption attraktiver macht als andere. Und ich bin mir unsicher, welcher das ist,

Ja also ihr ich bin ein bisschen äh vorsichtig da einfach zu sagen, jo das sind halt die rechten Themen

Ja äh das würde vielleicht für Pegida zutreffen, aber zumindest bei der bei der Impfgegnerschaft ist das ja so eine ein so eine so merkwürdige Queerfront, äh die sich da vereint. Die entzieht sich ja wirklich jede Links-Rechts-Logik.

Deswegen äh ich habe noch für mich keine äh keine Struktur gefunden, mit der ich erklären könnte, nach welchem Schema äh wird eine Bewegung, die demonstriert und die

zweifelhaft eine Minderheit darstellt. Ob das jetzt Fridays for Future ist, ob das Pegida ist, ob das die äh ob das die Quer- äh Querdenker sind. Nach welchem Muster brechen die durch?

Und nach welchem Licht.

Das kann ich kann ich dir sagen. Je medienfeindlicher eine Demonstration ist, desto mehr wird sie in den Mehl findet sie in den Medien statt.

Man sieht's ja net für einen Friseur, der ist ja von alleine objektiv, von den Zahlen her ist das ja eine ganz andere Dimension.

Gewesen und immer noch und zum Teil ja und und ja auch nicht nicht zum Teil, sondern ist eine äh globale Bewegung, also auch etwas, was global stattfindet, was Pegida und diese ganzen Corona-Maßnahmen gleich haben, ist, dass sie.

Äh dass sie aus einer Ecke kommen, die ja auch ganz offen vor sich herträgt, dass sie der Meinung ist, dass sie von den Medien belogen wird.

Und dann werden und da werden gerade in den in den redaktionellen Medien werden dann ganz viele ich weiß gar nicht, ich weiß gar nicht, wie inwiefern das das auch den Redakteuren, Redakteurinnen dann auch bewusst ist, aber dann werden die

sehr viel aufmerksamer und gucken sehr viel genauer auf diese auf diese Ecke hin und versuchen umso objektiver darüber zu berichten und das auch

möglichst oft in ihren in ihren Medien drin zu haben,

Der Journalismusprofessor T Rosen äh aus New York hat da hat er mal eine sehr schöne Beobachtung gemacht, weil diese ganze

ganze Force Battern und so was ist ja auch ein Riesenthema in den in den USA gerade wie wie die Lügen der Republikaner den Aussagen der Demokraten gegenüber gestellt werden, also auch was zum Beispiel

leugnen der Klimakrise angeht und so weiter und so fort. Und was er gesagt hat, ist, dass

ganz viele Beiträge oder oder Inhalte in in den Massenmedien auch immer äh gleichzeitig, ich glaube, das ich glaube, dass wir sogar in der ersten Außenarrage mal darüber geredet haben oder sich das da schon mal angesprochen hatte, dass das,

immer auch äh gleich so Beweisführung in der eigenen äh Unschuldsvermutung oder eigenen eigenen so eine Beweisführung ist, die objektiv man selbst ist. Ja, also das heißt, je je je je je je je je je je mehr jemand sagt ihr ihr.

Objektiven Massenmedien, ihr tut nur so, ihr lügt nur, ihr wollt gar nicht über uns berichten und ihr findet um und und und und seid alles äh ja parteiisch und so weiter.

Umso eher schafft man es dann auch in die Berichterstattung reinzukommen, weil.

Der Journalismus ja sowieso auch vom Geschäftsmodell her und so und unter unter Beschuss steht und so weiter und auch dann dann krasser Wandel in in der Branche stattfindet und natürlich auch der der Wandel der Öffentlichkeit alles.

Gibt es ein ein Bedürfnis bei den Journalisten, Journalistinnen da genauer hinzuschauen und es ist ja schon auch so, dass.

Mal von der äh Achsel Springerecke ausgeblendet. Das glaube ich auch die Mehrheit der.

Der deutschen Journalistinnen und Journalisten auch wahrscheinlich eher eher.

Nicht wirklich links sind, aber eher links von der Mitte äh äh eins eins ordnen sind und deswegen auch äh sehr viel kritischer auf ihr eigenes Lager schauen

und um sehr viel mehr darauf schauen, dass sie das andere Lager oder das vermutlich andere Lager umso stärker dann auch in die Berichterstattung raufzunehmen und da versuchen den auch möglichst Raum zu geben und ich glaube, dass ich glaube, dass das diese,

diese Linie ist, wenn äh an so einer Demonstration stattfindet,

den Thema hat, dass das schon auch in einem in dem Land auch eine eine Debatte auslöst, egal wie sinnlos die Debatte ist ähm und dann gleichzeitig da ein Lager ist, dass sehr medienfeindlich ist, dann findet das in den Medien statt.

Ich meine so grundsätzlich erst mal ein gesunder Reflex. Ne äh das ist ja eigentlich eine Stärke unseres äh Mediensystems, dass quasi

der Instinkt der Leute ist, wenn ich nicht zustimme, dann äh gucke ich, dass ich da genau hinschaue und entsprechend, dass ich dass meine eigenen Busses nicht durchgehen, dass ich da Repräsentationen gebe. Ich meine, das ist ja äh an und für sich,

wäre das schön, wenn das

alles so machen würden. Ich sehe das jetzt weniger bei äh Rieger Straßenbesetzung äh schöne Wohnen, Enteignen und so weiter bei der Springerpresse, aber es ist einmal dahingestellt. Nee, äh wir haben wir haben diesen äh irgendwie nie wenn's um die Radikallinkenthemen geht. Gar nicht, dass ich den da haben

weil ich bin kein radikal Linker, aber es fehlt halt schon auf. Ja ähm das äh da da erstreckt sich's irgendwie nie drauf. Äh auch noch äh wir haben,

quasi rechts von der Mitte, nicht rechts, sondern wirklich nur

quasi in diesem Rechts-Links-Spektrum, rechts von der Mitte, ich nenn's immer rechtsbürgerlich oder konservativ oder wie immer, haben wir auch mehr als nur die Sprengerpresse. Ich meine, die FAZ würde ich auf jeden Fall da auch noch mit innen draufschmeißen. Äh wir haben so Sachen wie Cicero oder so, also es ist ein,

ich würde nicht in dieses Narrativ kaufen von wegen äh die äh die links-grünen Medien äh Gedöns. Ja die

Mehrheit ist definitiv eher links als rechts der Mitte, aber letztlich sind fast alle Journalistinnen sehr sehr mittig.

Also wir reden wir reden hier über

wirklich kleine graduelle Verschiebungen, wenn man sich das komplette zur Verfügung stehende Spektrum anschaut. Weder die radikale Rechte noch die radikale Linke haben in irgendeiner Art und Weise große Vertretung äh in den äh in den Leitmedien. Die sind

insgesamt äh einfach wahnsinnig mittig.

Und da ist dann eine Mehrheit, was weiß ich, so gefühlt so irgendwie 60 Prozent oder so was dürfte Mitte-Links sein, vielleicht von mir aus bis zu 65 Prozent hoch oder so was. Äh aber es ist nicht so, als ob ich nicht

ein Groß äh gefächertes Angebot hätte, äh dass ich da äh grundsätzlich, solange ich in diesem Mitte-Konsens drin bin, finde ich eigentlich für alles was. Stressig wird es für die Leute eigentlich immer erst, wenn's aus sieben Konsens rausfallen.

Aber dann gehören sie auch zu einer Minderheit äh und äh konsumieren dementsprechend Minderheitenzeitungen, was weiß ich, Junge Welt, neues Deutschland, äh junge Freiheit und wie sie alle heißen. Hey auch für die Leute gibt's ja was.

Im Endeffekt.

Mhm. Ja, ich fand das halt, wie gesagt, ich fand das interessant, da diese.

Diese Gegenüberstellung zu haben der Leute, die sich aktiv impfen lassen und Leute, die dagegen auf die Straße gehen. Ähm ja, wie soll ich sagen, die Leute, die,

die sehr laut äh äh auch zum Teil also zumindest mit der großen Schnittmenge von rechts dann ähm kommen, dass die.

Von den Medien und auch von der Politik sehr viel stärker wahrgenommen werden und und und zum Teil auch hofiert werden, als das jetzt.

Mal bei der Mehrheit der Bevölkerung äh der Fall ist und das ist auch noch mal so etwas, das ist schon das ist schon sehr eine sehr bizarre Dynamik, finde ich, wo man nun mal auch immer dann wo wo ich wo wo ich mich auch frage,

wer jetzt.

Anfang 2021 gegen Corona-Maßnahmen gegen oder oder oder auch ganz konkret gegen Impfen auf die Straße geht oder gegen eine gegen eine Impfpflicht.

So jemand, egal wie wie sehr man die in diese was man da macht. Das sind das sind.

Das ist der kleine Teil der Bevölkerung, der nicht erreichbar ist.

Er ist dann halt doch relativ viele Leute. Ich würde noch als äh also ihm keine Mehrheit oder äh auch nur annähernd aber es sind halt doch äh diverse Millionen äh immer noch

äh deswegen würde ich auch als weitere Ergänzung hier noch anbringen für diese Frage quasi, warum's in manche Minderheiten relevanter als andere. Ich mache noch mal den Vergleich auf zwischen Pegida und äh Querdenkern einerseits und Fridays for Future anderes als aber weil es die Jüngsten

Entwicklungen sind. Wenn ich gucke bei Pegida und bei den Querdenkern, da habe ich im Schnitt etwas ältere Leute als bei Fridays for Future.

Und damit hab ich gleich zwei wichtige Faktoren, das sind nämlich einerseits diejenigen Leute die Zeitungen kaufen, weil junge Menschen kaufen keine Zeitungen

Die sind also als Kundinnen völlig irrelevant und junge Menschen gehen auch nicht wählen. Äh also

im Schnitt, der die Wahlbeteiligung und der jungen Menschen es katastrophal. Während die Wahlbeteiligung unter äh querdenkenden äh Rentnern und Ausländerhassen ist halt leider relativ hoch. Ja äh und dement.

Sind aber auch viel mehr Leute, das muss man auch noch dazu.

Das kommt noch erschwerend hinzu. Ja, das heißt, äh das heißt, wenn die quasi hier ein

ein Segment der Bevölkerung vertreten sozusagen. Das ist halt gleichzeitig für die Politik als wählenden Reservoir äh interessant,

und es ist für die Zeitungen als ein Kundenreservoir äh interessant, während es jetzt eben so Leute wie die äh Fridays for Future demonstrierende nicht sind. Wir sind aber auch Leute, die gegen die Besetzung der Regaer Straße demonstrieren, die für die Enteignung äh von diesen Konzernen demonstrieren. Die sind alle.

Per Definition fallen dir raus für äh diese Konsensgesellschaft als Kundinnen und Wählernde und das tun.

Querdenker und die Pegida-Leute nicht. Ne, weil ich kann mir problemlos vorstellen, dass die sich die Bild-Zeitung kaufen,

Ich kann mir nicht vorstellen, äh dass die äh kommunistischen Demonstrierende die Bild-Zeitung kaufen

ne? Das das passiert einfach nicht. Genauso kann ich mir problemlos vorstellen, äh dass dass die Querdenkerinnen äh am Schluss ihr Kreuz dann doch bei der CDU machen oder bei der SPD oder wo auch immer, vielleicht sogar bei den Grünen aus blanker Gewohnheit, was weiß ich.

Während ich mir das bei den äh krasseren, randständigen Bewegungen ihr nicht vorstellen kann. Und ich denke, solche Mechaniken spielen da schon unterbewusst.

Auch mit rein. Aber das ist jetzt alles so ein bisschen Küchentischpsychologie, das ist äh sehr schwer und sehr schwer auf einen Nenner zu bringen.

Ja, aber man muss ja auch manchmal einfach mal laut nachdenken über solche Themen. Was in dem Zusammenhang, wo ich ja noch ein Denkungsausschuss erzählt hast, dass er quasi ist er quasi eine so eine so eine so eine Parallelgesellschaft, die wir hier sehen, die einfach so aus diesem

aus diesem generationsbedingten Schnitt, was die Mediennutzung angeht. Ähm.

Was was mir da was mir da jetzt gerade noch aufgefallen ist, war die die Zahl, die das die jetzt letztlich rumging, als dass die alte Bundesregierung von den von den von dem Budget, das sie hatte für

die Werbung, für ähm ähm ich weiß nicht,

für die Impf für fürs Impfen glaube ich ähm dass sie da äh dass da dass da insgesamt 2,2 Prozent in Social Media geflossen sind. Ähm was ich auch sehr,

bezeichnend fand.

Ja die Hälfte ging an diese kassenärztlichen Infotelefone ne äh die ja im Endeffekt wirklich ausschließlich äh Rentner.

Rentnerinnen betreffen. Das ist äh also da kann man schon die Prioritäten lassen. Ich meine, es macht auch Sinn, äh dass man hauptsächlich die äh die alten Menschen anspricht. Äh von daher ist die Schieflage schon miterklärbar und äh Oma Siglinde benutzt halt kein Instagram. Aber ähm

es ist auffällig wie die Prioritäten.

Ist schon extrem. Also das muss man schon

sagen, ne, also nach nach all den, nach all den äh Debatten der letzten Jahre, also auch nach den Nutzungszahlen, was Social Media auch hierzulande angeht, also ganz ganz konkret Facebook und so weiter. Äh und und ja und wie wichtig das äh wie wichtig das ist und was das alles macht

mit mit uns als Gesellschaft und so weiter und dann haben wir eine Pandemie und die Regierung gesagt, na dann gehen wir mal zwei Komma zwei Prozent, können wir da schon mal in dieses in dieses Feld reingeben.

Äh das ist.

Das ist definitiv zu wenig, gar keine Frage.

Und das ist so, na das ist das ist ja die die alte Bundesregierung, die ja auch Dienstwegen mit Faxanschluss bestellt hat und so etwas, da passt ja wirklich alles zusammen.

Es es ist eine Vollkatastrophe da

Einfach echt auf Holz klopfen und hoffen, dass da dass da sich jetzt einiges verbessert in den nächsten zwei, drei Jahren. Ich meine, ich erwarte mir jetzt keine sofortigen äh Bundle, aber dass da zumindest ein Paradigmenwechsel stattfindet, wäre ja schon äh wäre schön.

Sehr wie du, was du, was du ja Claudio runter in der ersten Ausgabe so gesagt hattest, ne, dass man ja äh

der Union, als auch der SPD äh eigentlich lange Zeit in der in der Opposition wünscht, damit sie sich erneuern kann und gerade bei der Union ist es ja ganz offensichtlich sehr, sehr, sehr, sehr dringend nötig gewesen. Also es ist ja, wer sich 20 21

in einem ich weiß gar nicht was, ist das Wirtschaftsministerium gewesen? Also war war's dann auch

für, weiß ich gar nicht, für für alles äh auch für die für die Kommunikationstechnologie aber zum Teil auch so zuständig oder irgendwas. Ähm wer sich da.

Dienstwagen mit einem Faxanschluss bestellt. Das ist ja das ist ja,

das ist ja eigentlich wäre es ein schlechter Witz im deutschen Kabarett, was man sich nicht angucken kann, weiß nicht lustig, das weiß so so absurd, so absurd ist, dass man da gar nicht weiß, das gar kein kann man ja gar nicht mehr überhöhen so eine so eine absurde Situation.

Und

Also ich bin da, ich bin halt nur ein bisschen bisschen ja ich weiß nicht ob wir ob wir mehr als vier Jahre ohne Union in der Bundesregierung äh haben werden, aber.

Aber man man würde es uns und der der besten Opposition, die Deutschland je hatte, äh einfach wünschen.

Ja, ja. Ich ich mag die beste Opposition, die Deutschland die hat. Ich finde, da ist sie gut aufgehoben.

Sollten wir die sollten die sollten wir sehr lange haben. Das würde uns das würde uns allen guttun.

Absolut absolut. Äh ich würde noch einen letzten äh Gedanken zu diesen äh zu dieser Demonstrationsgeschichte unterbringen äh wollen, bevor wir da ähm wegspringen können. Äh was

was mich quasi persönlich äh gerade immer wieder äh als so nagelnde Stimme äh quasi im Hinterkopf ist. Ist schlichtweg die Tatsache, dass alle Seiten,

sich grundsätzlich zu wenig repräsentiert fühlen und der Überzeugung sind, dass die jeweils andere Seite total gepusht wird. Und das kann nicht sein, dass alle recht haben

Es ist jetzt natürlich möglich, dass wir viel cleverer sind als die andere Seite. Äh es ist aber auch einfach möglich, äh dass äh dass insgesamt doch äh neutrale und objektive Berichte wird als äh wir das quasi.

Äh als als das die Leute, die drin stecken und die ihre persönlichen Überzeugungen da quasi mit reinbringen und ich meine, wir fühlen ja zwangsläufig alle ziemlich hart in die eine oder andere Richtung bei diesen Themen, weil das sind Werte

Button und die berühren alle und jeden und unseren kompletten Alltag in unserem Fall auch noch unsere Kinder mit, ja? Ähm da da hat eigentlich jeder eine ziemlich festgefasste Meinung und

würde zumindest das Tod zu der Möglichkeit offen lassen wollen, äh dass da insgesamt die Medien tatsächlich einen besseren Job machen, als es gerade aussieht, aber das werden wir erst in ein paar Jahren mit mit Heinz quasi sehen können. Aktuell teile ich da eine Frustration völlig

ich, wie gesagt, ich versuche mir nur immer wieder vielleicht stimmt's auch nicht, ja? Äh aber äh ich fühle es genauso, aber Gefühle mögen täuschen.

Ja

Alles was ich als Vorsichtsmaßnahme da lassen möchte.

Ja das ist immer, ist immer angemessen, auch die die eigenen Gefühle und Positionen auch immer wieder zu hinterfragen, also ist das wirklich stimmt das wirklich, weiß ich, was ich hier

außer auch die eigenen Bremsen nochmal wieder auf auf die Prüfung stellen, sondern kann das wirklich so sein, wobei das ich finde halt.

Dieses Thema sowohl die Pandemie als auch die Klimakrise. Es sind beides Themen, die so groß sind

und so bedeutend sind, also gerade die Klimakrise, da geht's ja wirklich an die Zivilisation selbst dran. Ähm dann sind das, das sind Themen, bei denen ganz viel an ganz vielen Stellen finde ich, überdeutlich wird, was zum Teil so die, ich sage mal so.

Man könnte positiv sagen, die Praktiken der Politik sind, aber man könnte negativ sagen, die Taschenspielertricks. Ja, also was zum Beispiel die unkategorisierung von Gas als Erneuerbares und so was angeht, ne? Wenn man halt irgendwas wenn man da nichts ändern kann oder oder oder es zu schwierig ist.

Weil da zu viele Steakholder sitzen oder vielleicht schon zu viele Kosten reingelaufen sind und zu viel Rattenschwanz hinten dran ist. Dann kategorisiert man das einfach um.

So wie der jetzt habe ich da neulich, da habe ich die habe ich die Zahlen. Ich man hat ja auch in Deutschland jetzt hat man ja den äh Breitbandanschluss in Deutschland ist ja jetzt auch irgendwie weiß ich nicht wie viel Kilobit dann wird man in Deutschland als Breitbandanschluss gezählt, damit

dann mit dem ich nix irgendeine Zahl vorzeigen könnte, die nicht völlig peinlich ist. Ne also man kann das dann einfach um solche Sachen und und so etwas ist halt auch bei so einem großen Thema.

Finde ich, kann man auch sehr gut auch in der öffentlichen Debatte auch äh Dinge sehen oder oder oder wir werden auch wird auch deutlich, finde ich, welche Personen.

Der Öffentlichkeit, die Dinge, die sie sagen, auch wirklich ich sage mal ganz banal durchdacht haben und welche einfach nur

in einem in einem engen eng gestecktem Rahmen sich bewegen und und einfach das Zinne weiterquatschen. Also im Sinne von ich habe mir wirklich Gedanken darüber gemacht und ich habe oder ich habe mir keine Gedanken gemacht. Ich habe ich selbst mal Zeit mit der Jahre, mache ich jetzt, mache ich jetzt Internetthemen.

Und da war schon von da habe das äh das habe ich schon relativ früh festgestellt, dass ganz viele Leute einfach wenn sie kein wenn sie wenn sie nicht den Kompass haben von Dingen, die,

Also wenn du wenn man zum Beispiel einen Medienredakteur ist, dann kennt man äh Hörfunk und und Fernsehen und beim Fernsehen gibt's privat und und und da gibt's öffentlich-rechtlich und das kennt man dann, seit man äh vor

30 Jahren studiert hat und und hat und hat das da gelernt, wie das alles funktioniert. Und jetzt kommt einfach mal so ein Internet und man muss mal drauf schauen und dann muss man mit anderen Kriterien rangehen und muss grundsätzlich nochmal drüber nachdenken.

Was ist ein Medium, welche Eigenschaften hat ein Medium, welche Grenzen, welches Potenzial, was macht es mit den mit den Konsumenten und mit denen, die da interagieren, was kann das, was kann das auch auf der Unternehmenszahl bedeuten und so weiter und so fort

und da ist mir sehr deutlich damals schon oft aufgefallen, also war zum Beispiel immer sehr äh äh sehr faszinierend zu sehen dann da äh im FAZ-Fuiton wird groß mit dem Kantezitat eingestiegen und dann äh die

die wirklich intelligente These aufgestellt, dass äh.

Das das im Internet nur Quatsch ist, es sei denn man zieht sich auf ein kleines Nischen-Forum zurück oder so, so ein Blödsinn. Ja, also wirklich wirklich banalste Sachen, die dann die dann dann da dargelegt werden, wo du merkst,

hat die Person sich vielleicht nicht so viele Gedanken über die Essenz dessen gemacht, worüber sie jetzt spricht.

Und das fällt mir jetzt auch sehr viel Assad ist mir jetzt in den jetzt auch bei der Pandemie auch stark aufgefallen, wo man ganz klar noch äh Leute auch einfach aussortieren kann, die dann einfach.

Blödsinn reden, äh weil sie denken, sie sie wüssten irgendetwas von nicht nur Virologie, sondern auch zum Beispiel auch.

Was was ihr wirklich auch faszinierend fand, ist jetzt diese diese wirklich wahnsinnige Freiheitsdebatte.

Wo die ganze deutsche Öffentlichkeit so tut, als wenn es keine keine philosophischen Debatten darüber gibt, was Freiheit bedeutet.

Wo frei, wo die Freiheit des Einzelnen aufhört zum Beispiel. Ja, also so ganz so ganz banale Dinge, die dann einfach auf einmal ausgeblendet werden und ich finde, das waren das schon man sieht's halt auch bei der auch bei der Klimakrise dann auch wieder und ich finde das auch schon mal diesen Themen.

Werden so Sachen offen gelegt, die sonst, glaube ich, wenn die Steaks nicht so hoch sind aus welchen Gründen auch immer, nicht in nicht so einfach so sichtbar werden.

Hör mal auf mit dieser infantilen Freiheitsdebatte. Ich habe da jetzt erst kürzlich einen Artikel drüber verfasst, wie sehr mich das anbläht auf nicht, dass diese Debatte stattfindet, weil eigentlich wäre die ja total spannend und ich habe jetzt hier in den Boleuten auch schon zum Beispiel mit dem Stefan Pietsch eine äh ganz eigenen äh

Podcast zu dem Thema gemacht.

Muss ich muss ich gestehen, ich hab's ich hab's gar nicht gehört, weil ich da äh Arbeit zu und und da ist es ja schon gelesen und da dachte ich dann, ach nee, nee, nee, nee.

Ja aber äh auf jeden Fall der ähm die dieses äh dieses Niveau ist so unglaublich unterirdisch. Ja wie du wie du schon sagst, der wird im Endeffekt so da tun Leute so äh als wären sie die

ersten WD über äh über die Ethik der Freiheit diskutieren und man entdeckt quasi alles neu. Da äh ich fühle mich da teilweise wie als wäre ich in so einer

was weiß ich, so der elfte, zwölfte Klasse, Ethik Grundkurs oder äh von mir aus auch äh.

Das ist ja noch das ist ja noch viel zu positiv.

Er ist Studium Pro Seminar, wo zum ersten Mal die Leute ernsthaft irgendeine Quelle gelesen haben und dann so minde bloon. Äh oder ich habe gerade zum ersten Mal Matrix gesehen. Hast du schon mal drüber nachgedacht, ja? Äh das ist ungefähr so dieses äh dieses Niveau, auf dem wir hier gerade äh grade rumoperieren. Ähm

was ist eine? Es ist ein ein Trauerspiel. Ne wirklich und ist völlig unabhängig da davon äh welche Position ich in dem Ding einnehme. Ich finde einfach nur das Niveau Katastrophe.

Aber wir waren eigentlich bei einem ganz anderen Thema stehengeblieben, nämlich äh bei dieser Geschichte, wo du gesagt hast, wir Taschenspielertricks und so.

Und äh ja natürlich äh diese Taschenspieletricks die gibt's schon seit's Politik gibt und über die beklagen sich Leute, seit es Politik gibt. Ich fürchte nur äh gerade die Tatsache, dass es das schon immer und ewig gibt, zeigt uns, dass die irgendwie zur Politik

dazugehören auf eine gewisse Art und Weise. Und ich denke, der Zusammenhang äh ist der äh zu dem Thema, über das du auch heute noch reden wolltest, nämlich die die Grenzen der Machbarkeit.

Letzten Endes.

Weil diese ganzen Taschenspielertricks, die kommen ja immer dann zum Tragen, wenn dir diese Grenzen erreicht haben oder glauben sie erreicht zu haben. Äh äh weil äh wenn ich zum Beispiel jetzt so einen grünen Politiker bin

und ich muss mir die Frage stellen, bin ich bereit Nuklearenergie als eine grüne Technologie äh äh zu zertifizieren, um quasi diese äh diese Ziele zu erreichen.

In dem Moment bin ich ja quasi auch automatisch äh an einer Machbarkeitsdebatte, nämlich was ist meine Alternative?

Ich kann natürlich sagen, ja, das ist alles Quatsch äh und so erreichen wir unser Ziel nicht und das stimmt alles nicht und dann kann ich einmal mit dem Fuß aufstampfen, aber da davon wird ja die deutsche Wirtschaft nicht grüner.

Sondern äh ich habe halt einfach dieses Thema, äh das an einem bestimmten Zeitpunkt ich in der Politik nicht weiterkomme. Wo ich quasi sagen muss, äh so bis hierher.

Äh konnte ich quasi etwas erreichen mit meinen Anteilen äh gegen äh alle existierenden Veto-Spieler äh und so weiter und so fort.

Und das ist es quasi Ende der Fahnenstange und an der Stelle muss ich einstreichen, was auch immer ich habe und äh not the day.

Äh gewissermaßen. Und diese ganzen Taschenspielertricks, die sind ja im Endeffekt für diesen Moment da,

Und über diese Taschenspielertricks regt man sich natürlich immer auf als derjenige, der äh quasi für dieses Thema brennt, weil man ganz genau weiß, dass es ein Taschenspielertrick ist, äh weil man ganz genau weiß, dass man hier jetzt gerade im Endeffekt gebeten wird,

was zu schlucken. Ne äh und dieser Taschenspielertrick ist ja letzten Endes nur eine Erlaubnis,

dieses Ergebnis zu schlucken, ja? Ich bekomme ja quasi, wenn äh zum Beispiel jetzt der Habeck sich hinstellt und sagt

Hier äh wir haben jetzt diesen tollen Deal gemacht. Auf der einen Seite 2 Prozent der deutschen Fläche für Windkraft und auf der anderen Seite Nuklearenergie grün. Wir haben unser Ziel erreicht.

Ja, dann ist es für mich als Grünen-Sympathisant.

Ist es dann die Erlaubnis zu sagen jawohl Ziel erreicht ich kann das akzeptieren und das ist halt für den politischen Prozess absolut notwendig weil wenn quasi jede Seite

immer auf den Maximalforderungen beharrt, die sie aber nicht durchsetzen kann, dann haben wir ein gigantisches Problem.

Äh und die Taschenspielertricks sind essentiell äh da dafür, um dieses Problem zu vermeiden.

Das ist im Endeffekt deren gesellschaftliche Funktion. Das ist genauso äh wie wenn mich jemand fragt, hey hast du äh ähm hast du Lust, heute Abend einen trinken gehen und ich sage, nee, ich habe keine Zeit

Habe ich Zeit. Äh ich könnte mir die Zeit nehmen. Ich will sie mir nur nicht nehmen. Weißt du, was ich meine? Das sind so diese äh diese kleinen, sozialen Lügen, die wir uns jeden Tag erzählen.

Das ist alles eine Frage der Priorität. Äh und genauso ist es bei diesen Taschenspieletricks auch. Das ist im Endeffekt nur eine äh eine Art zu sagen

sorry, hier geht's gerade nicht weiter und eine Möglichkeit für mich

als äh Staatsbürger und als Wähler äh das zu akzeptieren und meinen Frieden damit zu machen. Das werden nie alle tun, aber üblicherweise tut's die Mehrheit

Weil ihr glücklicherweise dann die äh die der der Tribal Instinct äh da quasi reinhaut.

Äh und ich dann mit Ride arong my Party äh quasi mitgehe sozusagen. Ja wir wir sehen das ja auch ganz rapide gerade bei der CDU.

Äh wo jetzt der März einfach äh in an einigen Themen einfach an 180-Grad-Windung vollzogen hat und die Partei macht das einfach mit. Ey äh die die Partei akzeptiert grade Dinge von Friedrich Merz. Darüber haben die AKK gestürzt.

Jetzt ist das alles völlig okay. Ja ähm und das sind auch Taschenspielertricks letzten Endes. Aber die befrieden äh den äh den demokratischen Prozess, die sind so nervig sie für einen auch immer sind.

Die sind notwendig.

Würde ich so.

Allgemein gesprochen, nicht unterschreiben. Also zum einen würde ich sagen, Gas zum zu einem zu einem nachhaltigen Energiequelle äh zu kategorisieren, ist.

Keine kleine Lüge. Also es ist schon eher was Größeres. Ne, so kann man also einen Nuklear kann man noch mal ausblenden. Auch ein anderes Thema, wo man auch

Geteilter Meinung sein kann, ähm aber bei Gas, da geht's ja dann wirklich also das ist ja einfach etwas, was Emissionen produziert.

Und das ist ja auch bei dem Thema. Deswegen meinte ich ja auch vor, ne, so Sachen, die dann halt einfach bei diesen größeren Themen dann einfach sichtbar werden. Das kann man an einer anderen Stelle vielleicht schlucken, aber wenn es bei einem um ein Thema geht, wo es dann konkret um unsere,

Zukunft geht äh und in Zukunft unserer Kinder und grundsätzlich wie.

In welchem Ausmaß dieser Planet noch lebenswert sein wird, dann ist das einfach mal nochmal ein anderes ein anderes Kaliber. Äh und zum anderen,

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Marcel Weiß
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Stefan Sasse 🇪🇺
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